Bildprogramm der Ausmalung, Formensprache

Das Bildprogramm der Kirchenausmalung

Beherrschendes Motiv der gesamten Kirchenausmalung ist das "Neue Jerusalem", das vom Himmel auf die Erde herunter kommt. Zunächst zu den Gottesdienstteilnehmern in der Kirche, dann aber - durch sie und andere Christen - die ganze Welt neugestaltend, so dass Ungerechtigkeit und Leid endlich ein Ende finden.

Dieses "Neue Jerusalem", so wie es der Seher Johannes in seiner Offenbarung beschrieben hat, ist doppelt in unserer Kirche dargestellt:
Einmal als Deckenbild in der Vierung, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten, zum anderen als Radleuchter unter der Vierung, in den Sternen des Himmels schwebend.
Vom "Neuen Jerusalem" fließt das "Wasser des Lebens" in alle vier Himmelsrichtungen (Deckenbild), und von ihm aus geht das "Licht des Lebens" in alle Welt (Leuchter).

Der 2. bildnerische Schwerpunkt in unserer Kirche macht deutlich, wie und durch wen diese große Hoffnung des "Neuen Jerusalems" hier auf Erden Erfüllung finden wird: durch Jesus Christus von Nazareth, der als künftiger Herr und Maßstab aller Wirklichkeit in der Höhe der Apsis dargestellt ist. Vor ihm ist die Taube als Symbol des Heiligen Geistes, unter ihm Weinstock und Kornähren, an das Abendmahl erinnernd, in dessen Gemeinschaft er weiter gegenwärtig ist.
 

 

 

Die Formensprache der Kirche


Das Einzigartige an unserer Kirche ist - kunstgeschichtlich gesehen - die Tatsache, dass beim Umbau von 1903-1905 Elemente des Jugendstils klar zum Zuge kamen und an zahlreichen Stellen die Formensprache des Historismus, die ansonsten bestimmend ist, verdrängten.

Der Jugendstil tritt vor allem in der Gestaltung der Südfassade hervor, weiterhin beim Fries hinter dem Altar (Kornähren, Lilien Klatschmohn, sowie die Pflanzenornamentik darunter) und in dem grünen Bogen vor der Apsis, wo die großen, spiegelbildlich- linearen Ornamente ins Auge fallen.

Als "Jugendstilkirche" ist unsere Kirche eine Besonderheit weit über die Braunschweiger Landeskirche hinaus.

Die Darstellungen dieser Seite beruhen auf historischen Arbeiten von Gunnhild Ruben und Peter Former.
Ihnen sei an dieser Stelle gedankt.
Im Auftrag des Kirchenvorstandes der Kreuzgemeinde ALt-Lehndorf. 1991/2000
Text: Rudolf Mercker (Ehemaliger Pastor dieser Gemeinde)
Fotos: Elke Mercker und H. Dieter Brinkmann