2. Wie sich Jesus mit dem Problemen seines Volkes auseinandersetzte
2.1.2 Die Aufhebung aller Machtverhältnisse unter Menschen

Die "Gute Botschaft für die Armen" wird im Markus-Evangelium gleich am Anfang so konkretisiert: "Es ist soweit: Gott übernimmt alle Macht! Ihm allein ist jeder Gehorsam schuldig! Stellt euch darauf ein! Glaubt dieser guten Nachricht!" 10
Die Befreiung der Armen beginnt also durch die Proklamation einer Neuordnung der Macht- und Herrschaftsverhältnisse hier auf Erden: Es gilt von nun an nur noch der Wille Gottes allein 11. Jede Macht, die von anderen außer Gott ausgeübt wird, wird damit als beendet bzw. als zu Ende gehend erklärt. Gegen die vielen Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse damals, die unsägliches Elend über die Mehrheit des Volkes gebracht hatten, ruft Jesus eine herrschaftsfreie Gemeinschaft aus hier auf der Erde.
2.1.3 Was heißt das konkret? Beispiel Boden- und Arbeitsrecht

Was herrschaftsfreie Gemeinschaft bedeutet, entscheidet sich vor allem an der Bewertung von zwei Grundfragen menschlichen Lebens:
  • Wie steht es mit dem Zugang zur materiellen Grundlage des Lebens, d. h. (damals) mit dem Zugang zum Ackerboden?
  • Wie steht es mit der Organisation der Arbeit, durch die ja der Mensch sein Leben erhält bzw. gestaltet?
Die Beantwortung beider Grundfragen im Sinne Jesu ist am Anfang des Lukas-Evangeliums überliefert, an der die oben zitierte Stelle des Markus-Evangeliums konkretisiert wird: 12
"Der Geist des Herrn (Gottes) hat von mir Besitz ergriffen, denn der Herr hat mich erwählt, den Armen die Gute Botschaft zu bringen:
  • Er hat mich gesandt, den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen
  • Und den Blinden, dass sie sehen werden
  • Den Unterdrückten soll ich die Freiheit bringen und das Jahr ansagen, in dem Gott sein Volk retten will."
10 Markus 1,15ff
11 Lukas 4,8
12 Lukas 4,16ff
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© Kreuzgemeinde Alt-Lehndorf Braunschweig
Stand 24.01.02