1. Die Situation in Palästina zur Zeit Jesu
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Jesus tritt uns mit dem, worum es ihm ging, deutlich vor Augen, wenn wir die Situation beachten, in die hinein er seine Worte und Taten gerichtet hat.
Wie sah diese Situation aus?
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1.1 Die politische Situation
Sie war dadurch bestimmt, dass Palästina von den Römern politisch-militärisch unterworfen und wirtschaftlich im Verein mit einer einheimischen Oberschicht ausgebeutet wurde.
Bis kurz vor der Geburt Jesu hatte Herodes ("der Große") in römischem Auftrag und als römischer Vasallenkönig dieses Geschäft besorgt. Er errichtete u. a. riesige Festungs- und Palastbauten im Lande und erneuerte den Tempel in Jerusalem in verschwenderischer Pracht auf einem eigens dafür aufgeschütteten riesigen Gelände.
Dieser Tempel - von außen vergoldet - war eines der prachtvollsten Gebäude der Antike: die Stützmauern des Tempelgeländes zum Teil vierzig Meter hoch, die Grundfläche so groß wie die Altstadt von Braunschweig.
Nach Herodes wurde das Land von seinen Nachkommen oder direkt von einem römischen Statthalter beherrscht und ausgebeutet. Das wurde am deutlichsten spürbar an den "Zöllnern", d. h. Steuereinnehmern, die - oft über den erlaubten Steuersatz hinaus - die Menschen bei zahlreichen Gelegenheiten ausplünderten. In der Regel waren sie Sklaven oder Angestellte eines "Oberzöllners", der seinerseits das Steuerrecht vom römischen Statthalter für ein bestimmtes Gebiet gepachtet hatte. Auch der Statthalter selbst hatte vom Kaiser in Rom die Provinz gepachtet und musste an diesen eine bestimmte Steuersumme abführen. Der Überschuss war sein persönlicher Gewinn, und so war es auch bei allen seinen Pächtern. Die Zöllner waren als unterstes und direkt erfahrbares Glied dieser römischen Ausbeutungsmaschinerie die meistgehassten Leute im Lande.
Römische Truppen sicherten die "Stabilität" dieses Systems durch militärische Präsenz und entschlossenes Eingreifen gegen alle Versuche, daran etwas zu ändern.
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