Diese Frage lässt sich allgemein zunächst einmal damit beantworten, dass wir in einem ev.-luth. Kindergarten von einer ganz bestimmten Auffassung vom Menschen ausgehen. Dieses Bild vom Menschen und seinem Umgang miteinander und zueinander haben wir von Jesus. Sein Umgang mit Menschen lehrt uns, wie auch erzieherisches Wirken heute zum Wohle unserer Kinder gelingen kann. Das Neue Testament vertritt eine geschwisterliche Religion in ihrer Lehre vom Sohn Gottes, dem Erlöser, Befreier und Freund der Kleinen. Dies wissen die Kinder nicht und Gott kann sich ihnen auch nicht direkt ausdrücken; er bedarf dazu der Menschen; der Boten, die Jesus an das Kind heranbringen und das sind hier im Kindergarten wir Erzieher/innen.
Wir leben in einer Demokratie. Wir können ein autokratisches Verhältnis des Herrschens und Sich-Unterwerfens – wie es in früheren Generationen mit Kindern noch üblich war – nicht mehr ertragen. Was bedeutet das aber für uns und unseren Umgang mit unseren Kindern?
Jesus sagt z. B.: "Lasset die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht, denn gerade für Menschen wie s i e steht Gottes Neue Welt offen." (Mt. 19, 13–15)
Hierin spricht Jesus das Grundbedürfnis jedes Menschen, aber besonders das der Kleinen an – das Zugehörigkeitsgefühl. Erst dieses Sich-Dazugehörig-Fühlen ermöglicht es Menschen, mutig alle seine Fähigkeiten zu probieren, um sie zu Fertigkeiten reifen zu lassen.
Jesus nimmt dazu die Kinder unvoreingenommen mit all ihren Fehlern und Irrtümern, die sich auf dem Weg des Größerwerdens einstellen können, an. Er gründet einen Raum der Freiheit für die Kinder im Verständnis von deren Beweggründen.
Auch Erziehende haben kaum eine Möglichkeit, eine irrtümliche Bewegungsrichtung eines Kindes zu ändern, wenn sie sich nicht unvoreingenommen auf die Suche nach den Beweggründen machen.
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