Liebe Erwachsene. Wir Kinder heute
sind anders, als Ihr es früher ward. So sagt Ihr es uns jedenfalls immer wieder. Wir seien unruhiger und zappliger, aber wo dürfen wir noch draußen alleine spielen? Überall fahren die Autos und vieles ist zubetoniert oder die Nachbarn regen sich auf!
Wenn wir in Bäume klettern, auf dem Feld tollen oder Fußball spielen wollen, müssen wir erst weit gehen oder warten, bis Ihr Zeit habt, weil Ihr Angst um uns haben müsst. Auch wenn wir zu unseren Freunden/innen möchten, müssen wir warten, ob Ihr nicht etwas anderes geplant habt. Machmal glaubt Ihr, dass Sportverein, Musikschule, usw. wichtiger sind als unsere Verabredungen und unsere selbstbestimmte Freizeit. Hattet Ihr nicht mehr von dieser selbstbestimmten Freizeit, von der Eure Eltern nicht einmal wussten, wo Ihr gewesen seid und was Ihr gespielt habt? Es war Eure eigene Kinderwelt.
Nun wollt Ihr von uns oft wissen, was wir genau gemacht haben!
Andererseits sind wir häufig allein, weil Ihr soviel zu tun habt.
Ihr hattet früher mehr Nachbarskinder, Großeltern, Tanten, Onkel und mehr Geschwister, an die Ihr Euch auch noch wenden konntet.
Und Ihr hattet Aufgaben und Pflichten, die Ihr in Eurer Familie erfüllen musstet. Bei diesen habt Ihr vielleicht manchmal gemurrt, aber sie gaben Euch immer das Gefühl von Zugehörigkeit und Eigenverantwortung.
Was kann heute im Zeitalter von Waschmaschine und Geschirrspüler unser sinnvoller Beitrag zum Gelingen der Gemeinschaft sein, wodurch wir so etwas wie "Wichtigkeit" erfahren könnten?
Manchmal legt Ihr dann besonders Wert auf kleine Geschenke (z. B. Gebasteltes). Aber sagt, wisst Ihr nicht auch ohne diese Geschenke, daß wir Euch ganz lieb haben?
Sie können sowieso kein Ersatz für "echte" Arbeit im Sinne von Wert haben sein. Natürlich basteln wir hin und wieder auch ganz gern einmal, aber nur, wenn wir nicht dazu verpflichtet werden. Unsere Geschenke sind natürlich nicht so schön wie Eure. Das sehen wir genau, auch wenn Ihr uns immer wieder sagt, wie schön sie seien. Für uns ist das "Schönsein" nicht so wichtig, sondern vielmehr aber Spaß und Freude darüber, etwas geschafft zu haben, was unser eigenes ist.
Und gerade darauf sind wir stolz.
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